Arachnula impatiens – Photomicrograph Eckhard Voelcker

Arachnula impatiens Cienkowski, 1876

Diagnosis: Cell colorless, forming several long flat pseudopodia, which in turn branch into numerous granulopodia, usually at right angles. Each long strand is spreading into a thin veil. Such veils may appear at any point of the cell body. Smaller veils can appear along the granulopodia where they travel up and down. Cytoplasm is very liquid with strongly refractive granules and a few dispersed contractile vacuoles. It shows a very characteristic energetic movement, giving the impression as if the whole cell is boiling. All granules show a fast bidirectional movement in every part of the cell. The amoeba moves trembling and staggering restlessly around (hence the name impatiens!) scanning its environment with its granulopodia, with movements resembling those of a spider (hence the name Arachnula.). At any part of the body granulopodia may shoot up, often at right angles and sometimes traveling along the pseudopodium where they originated. Granulopodia  not only branch but also anastomose. No other known amoeboid shows such a fast energetic movement. Nuclei extremely difficult to observe, but spherical with a central nucleolus. Digestion cysts observed.

Dimensions: c. 100-200 µm.

Ecology: fresh water and soil, in different water types. Also between decaying leaves.

Remarks: Cienkowski published some drawings of this species. The problem, in my opinion, is that his main drawing no. 18 (see below) strongly resembles a Leptophrys species. I have been confused about that, until 2015 when Eckhard Voelcker observed an Arachnula species that was fully in accordance with both Cienkowski’s description and his drawings. After so many years Arachnula impatiens has been rediscovered. Now it’s waiting for DNA sequencing.

Arachnula impatiens

The original description and drawing (above, fig. 18-20) of Cienkowski is:

Arachnula impatiens nov. gen. et sp. nov.
Mit diesem Namen bezeichne ich ein farbloses Protoplasmatisches Wesen, welches die Haupteigenschaften einer Vampyrella besitzt und sich bloss durch die Anwesenheit der kontraktilen Vakuolen und durch wenig verzweigte anastomosierende Pseudopodien von ihr unterscheidet (Fig. 18-20).
Der Körper der Arachnula stellt einen nackten Protoplasmaklumpen dar, von welchem nach verschiedenen Seiten Stränge entspringen, die wiederum in zahlreiche Pseudopodien ausstrahlen. Eine der gewöhnlichsten Formen, welche sie annimmt, ist die eines lang gezogenen Stranges, der an den Enden in strahlende Lappen sich ausbreitet. Solche Lappen erscheinen auch an beliebigen Stellen des Stranges. (Fig. 18-20).
Der Körper der Arachnula besteht aus sehr flüssigem Protoplasma, welches zerstreute stark lichtbrechende Partikelchen und wenige kontraktile Vakuolen einschliesst. (Fig. 19).
Zellkerne habe ich nicht auffinden können. Sehr charakteristisch sind ihre energischen Bewegungen. Zitternd und schwankend kriecht die Arachnula unruhig mit den Pseudopodien das Substrat betastend umher. An beliebiger Stelle des Körpers schiesst ein mächtiger Strang empor, den Hauptklumpen samt den übrigen schwächeren Strängen und weit entfernten Pseudopodien energisch an sich ziehend. Kaum ist dies geschehen, so wiederholt sich dasselbe Spiel an einer anderen Stelle, wodurch der Hauptklumpen hin und her gezogen wird. Diesem rastlosen Treiben folgt mitunter ein ruhigeres Benehmen. Der ganze Körper zieht sich dann in einen langen an den Enden fächerartig sich ausbreitenden Strang aus; nur die, auch jetzt zitternden und unruhig sich krümmenden Pseudopodien verkünden eine bevorstehende neue ziellose Wanderung.
An den wenig verzweigten auch hin und wieder Anastomosen bildenden Pseudopodien ist Körnchenströmung leicht wahrzunehmen. Bei keinem Rhizopoden sah ich die Pseudopodien so energisch nach allen Seiten sich biegen, verschmelzen und wieder entstehen wie bei der Arachnula.
Es war mir leider nicht gelungen, diesen interessanten Rhizopoden auf dem Objektgläser längere Zeit zu kultivieren, um den Entwickelungskreis, wenigstens so weit wie er für Vampyrella bekannt ist, zu verfolgen. Ich konnte nur die Bildung einer glashellen Verdauungscyste beobachten, Ihre Form war wie bei Vampyrella sehr verschieden (Fig. 21-24); der Inhalt farblos, flüssig, die Nahrungsballen in Vakuolen eingeschlossen. An der Peripherie entstehender Zysten sah ich eine oder mehrere kontraktile Vakuolen (Fig. 22-24).
Bei meinen Kulturen im hängenden Tropfen kam es nicht bis zur Teilung des Inhalts, dagegen trat dieser durch eine Öffnung in der Zystenwand unverändert heraus.
Ich habe die Arachnula in Deutschland und Russland in Tümpeln, wie auch in Brackwasser des schwarzen Meeres in Odessa gefunden.

Diagnose des Genus und der Spezies:
Körper nackt, farblos, ohne Zellkern, mit einer oder mehreren kontraktilen Vakuolen, Pseudopodien wenig verzweigt, mitunter anastomosirend, an beliebigen Stellen des Körpers meist mit dicken Strängen entspringend.

Arachnula impatiens – Photomicrograph Eckhard Voelcker
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