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Original description of the genus Lecythium

Hertwig, R., and Lesser, E., Ueber Rhizopoden und denselben nahestehende Organismen: Morphologische Studien. Archiv Mikr. Anat.,Bonn, 1874, Bd. 10, Suppl.-Heft, p. 117.

TYPE DESCRIPTION: Die Monothalamie, die wir unter dem Namen Lecythium zu beschreiben gedenken, ist schon häufig früheren Forschern bei ihren Beobachtungen aufgestossen und ist zum Theil recht gut charakterisirt worden. Wenn wir gleichwohl uns veranlasst sehen ihr einen neuen Namen ‘Lecythium’ (von Griechisch: das Fläschchen, der Krug) zu geben, so geschieht es desshalb, weil die bisherigen Benennungen sie unter Genera unterordnen, mit denen sie Nichts gemeinsam hat.

Die beste Schilderung des Organismus ist von Fresenius (Arcella hyalina Ehrenberg – Fresenius, 1858, Abhandl. d. Senckenbergischen Gesellschaft, Bd. II, pl. 12, figs. 1-24) gegeben und weicht die unserige nur in wenigen im Folgenden genauer bezeichneten Punkten von ihr ab.

Die Schale des Rhizopoden ist wasserklar (nach Fresenius manchmal etwas leicht sepiafarben) , structurlos , unbiegsam, dem Körperdicht und unmittel­bar aufgelagert. Ihre Form weicht von der Kugelgestalt nur in so fern ab, als die Hauptaxe die Nebenaxen um ein Geringes an Grösse Ubertrifft. Die Pseudopodienöffnung sitzt nicht genau mit ihrer Mitte am Ende dieser Längsaxe, sondern weicht nach einer Seite ab. Dieselbe ist in Folge dessen kürzer und stärker gekrümmt als die ihr gegenüberliegende. Wir bezeichnen die erstere als die ventrale, die länger und schwächer gekrümmte als die dorsale. Von vorn gesehen sind beide Seiten (die rechte und linke) gleichmässig geformt. Die Schale ist somit bilateral symmetrisch und unterscheidet sich hierdurch von den Schalen der Gromien. Die Pseudopodienöffnung ist keineswegs so unbestimmter Gestalt wie Fresenius angiebt, sondern wird von einem kurzen Halse umgeben, welcher durch eine Herausfaltung der Schale entsteht.

Die Schale wird von dem sehr zarten bläulichen Protoplasma vollkommen angefüllt. Dasselbe ist im vorderen Theile fein granulirt und enthält hier ausser aufgenommenen Nahrungsbestandtheilen eine Anzahl von Vacuolen, an denen wir nie Contractionen wahrnehmen konnten. Im Hintergrund der Schale liegt in ein fast vollkommen homogenes Protoplasma eingebettet der 0.01 bis 0.015 mm grosse Kern mit seinem 0.006 mm grossen Kernkörper. Nucleus und Nucleolus verhalten sich wie die Kerne der Rhizopoden und sind hier ganz besonders schön und deutlich zu sehen. (Fresenius bezeichnet den Nucleolus als Kern, welcher von einem Kreisrunden, hellenHof (Nucleus) umschlossen ist.) Von einer aus der Schalenmündung hervortretenden homogenen Protoplasmaplatte entspringen die gleichfalls homogenen, mehrfach dichotom getheilten, aber selten anastomosirenden Pseudopodien. Wenn Exemplare längere Zeit unter dem Deckgläschen beobachtet werden, treten in dieser Protoplasmaplatte grosse Vacuolen auf, während allmählig die Pseudopodien eingezogen werden. Zuletzt liegt eine häufig das Thier an Grösse übertreffende fast nur aus Vacuolen bestehende, mit dem inneren Protoplasma zusammenhängende, kugelige Masse vor der Schalenöffnung. Die geschilderten Zustände sind Zeichen des eingetretenen Todes und besitzen nicht die geringste Aehnlichkeit mit Theilungen, so dass die Frage, ob es vielleicht mit der Vermehrung im Zusammenhange stehende Veränderungen seien, was Fresenius für möglich hielt, gar nicht der Discussion bedarf.

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