Microcometes aculeata - Ferry Siemensma
Microcometes aculeata – Weser, Germany

Microcometes aculeata (Lauterborn, 1908) De Saedeleer, 1934

Diagnosis: Shell hyaline, usually dark brown, small, with one side fastened to the substrate; outline polygonal with spine-shaped projections, irregular; shell with three to five apertures, with or without short necks. Pseudopodia very thin, granular, branching. Usually with two short flagella. Nucleus globular with a central nucleolus. Three to six contractile vacuoles.

Dimensions: Lauterborn (1908): shell 18-20 µm, spines 3-5 µm. My measurements: 10.4 µm.

Ecology: freshwater; bacterivorous.

Remarks: Further investigations are needed. Lauterborn described this species as Microcometes paludosa var. aculeata

Microcometes aculeata
Microcometes aculeata – from Lauterborn, 1908
Microcometes aculeata - Ferry Siemensma
The same shell as above.

The original description from Lauterborn, 1908:

Microcometes paludosa Cienkowsky, 1876

Im Jahre 1876 beschrieb CIENKOWSKY unter dem Namen Microcometes paludosa einen sehr interessanten Rhizopoden, welcher sich von den bis dahin bekannten Süsswasserformen vor allem -durch den Besitz von mehreren (3-5) Pseudopodienoffnungen unterschied. Man hat darum Microcometes sogar zu den perforaten Rhizopoden gestellt (BUTSCHLI 1889 zur Familie der Globigerinae), meines Erachtens durchaus mit Unrecht, da trotz der Vermehrung der Mundöffnungen die verwandtschaftlichen Beziehungen zu Formen wie Diplophrys, Amphitrema usw. doch gar zu enge sind.
Seit CIENKOWSKY scheint Microcometes nur noch von PENARD wieder gefunden und untersucht worden zu sein. Seit kurzem kenne ich die Form nun auch aus der Rheinebene und bin dadurch imstande vor allem etwas genauere Abbildungen zu geben als sie bisher vorlagen.
Die Gehäuse der von mir beobachteten Exemplare zeigen alle mehr oder weniger kugelige Gestalt. Die chitinöse Schalenwand ist ziemlich dick und durch Einlagerung von Eisenoxydhydrat gelblich bis tief rostbraun gefärbt wie eine Trachelomonas-Schale; im optischen Querschnitt hatte es den Anschein, als sei sie keineswegs homogen, sondern aus einzelnen Plättchen zusammengesetzt. Die Oberflache des Gehäuses zeigt sich mit ziemlich weitläufig gestellten borstenförmigen Stacheln bewehrt, die bisweilen etwas gekrümmt erscheinen.
Auch CIENKOWSKY hat diese Stacheln gesehen, aber nur bei enzystierten Tieren; er glaubt, dass sich dieselben erst bei der Enzystierung bilden sollten, was mir indessen recht unwahrscheinlich klinkt, da ich mir eine solche nachträgliche Stachelbildung nicht gut vorstellen kann. PENARD erwähnt die Stacheln nicht. Vielleicht stellt die von mir beobachtete Form eine Varietät dar, die man dann als var. aculeata bezeichnen konnte.
Öffnungen zum Durchtritt der Pseudopodien sind drei bis fünf vorhanden. Sie besitzen eine abgestützt kegelförmige Gestalt und sind stets dünnwandiger und darum auch blasser gefärbt als die übrige Schale.
Der Weichkörper füllt die Schale nicht völlig aus. Er enthalt einen blässchenförmigen Kern mit Nukleolus, eine kontraktile Vakuole sowie einige blasse Kügelchen; die von PENARD beobachteten zahlreichen “petits grains brillants verdatres” habe ich niemals gesehen. Die Pseudopodien entspringen von ziemlich dünnen stielartigen Fortsatzen, die sich außerhalb der Schale zunächst platten- oder flossenförmig verbreitern und dann zarte fadenförmige spitze Fortsatze entsenden, welche Bick wiederholt dichotom gabeln und auch bogenförmig krümmen können. Anastomosen der Pseudopodien, die oft das Dreifache des Schalendurchmessers erreichen, scheinen völlig zu fehlen.
Was die Fortpflanzung anbelangt, so hat CIENKOWSKY eine Teilung der Weichkörper und Ausschlüpfen des Teilsprösslings beobachtet. Der freigewordene Sprössling kroch noch eine Zeitlang in der Mitte der mitterlichen Schale umher, entschwand dann aber den Blicken. Ich, glaube, ich kann diese Beobachtungen noch ein Stuck weiter führen. Ich sah nämlich, einmal gerade neben einem Exemplar, dessen Weichkörper kaum noch, ein Drittel des Schalenraumes ausfüllte, einen Sprössling liegen, der sich bereits mit einer zarten, an der Oberflache etwas gekörneltete umgeben hatte. An dieser Hülle war erst eine Pseudopodienöffnung entwickelt, die auch, noch des charakteristischen kaminartigen Aufsatzes entbehrte. Dagegen zeigten die Pseudopodien in ihrem Entstehen von einem stielartigen Fortsatz völlige Ãœbereinstimmung mit den entsprechenden Verhältnissen ausgebildeter Tiere, so dass mir auch aus diesen Gründen ein genetischer Zusammenhang zwischen beiden Wesen als gesichert erscheint.
Enzystierung habe ich mehrfach, beobachtet. Die von der umgebenden Rhizopodenschale durch einen weiten Zwischenraum getrennten Zysten sind kugelig, farblos; ihre Hülle erscheint wie die Oberflache eines Fingerhutes mit zahlreichen kleinen kraterartigen Vertiefungen bedeckt. Wie die Abbildung erkennen lasst, kommt so eine Struktur zustande, welche im Bilde sehr an die gewisser Diatomeenpanzer, speziell solcher der Gattung Cyclotella erinnert.
Durchmesser der Schale 18-20 µm; Stacheln 3-5 µm lang. Durchmesser der Cyste 13-16 µm; Sprössling 9 µm, Riffle 13 µm lang.
Vorkommen. Ich habe Microcometes bisher nur ein einziges Mal in etwas grösserer Anzahl gefunden, und zwar im Mai 1906. Der Fundort liegt in einem weiten Wiesengelande bei Schifferstadt (Rheinpfalz) und ist ein kleiner, dicht mit Carex bewachsener Tiümpel, der im Sommer völlig austrocknet. Vortex viridis ist hier im Frühjahr sehr häufig.
Der Rhizopode fand sich hier ausschliesslich auf der Oberflache einer wasserbewohnenden Nostoc-Art. Alle von mir beobachteten Exemplare waren auf den Gallertkugeln der Alge festgekittet; niemals habe ich kriechende Tiere gesehen. Da nun die Schale mehrere Öffnungen besitzt, kann Microcometes auch festsitzend mit Hilfe seiner langen Pseudopodien einen beträchtlichen Raum im ganzen Umkreis der Schale nach Nahrung absuchen. Ja, man konnte sich überhaupt fragen, ob nicht seBhafte Lebensweise und Ausbildung mehrerer Pseudopodienöffnungen sich gegenseitig bedingen?
CIENKOWSKY hat Microcometes zuerst auf gallertigen Algen, und zwar Tetrasporeen, entdeckt; auch PENARD fand seine Exemplare in der Umgebung von Genf “a la surface d’une algue gelefiee” Wir haben es also hier allem Anschein nach, mit einem charakteristischen mycophilen, und zwar epimykisch lebenden Rhizopoden zu tun. Sicherlich ist diese spezialisierte Lebensweise, wie such PENARD annimmt, der Grand, dass diese so interessante Form bisher wenig zur Beobachtung gelangte.

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