Plagiophrys sacciformis
Sacciforma cf sacciformis, 60 µm

Sacciforma sacciformis (Hertwig and Lesser 1874)

This species shows strong resemblance with Rhizaspis scutiformis. According to its original description S. sacciformis is more cylindrical, while R. scutiformis is flattened.

Rhizaspis sacciformis
The same cell, in different side views, in cross section circular, 44 µm long – Laegieskamp
Rhizaspis sacciformis
S. sacciformis, 38 µm
Plagiophrys sacciformis
S. sacciformis
Rhizaspis sacciformis

TYPE DESCRIPTION: P. sacciformis ähnelt in ihrer Gestalt sehr der Pl. cylindrica Claparède’s. Wie bei dieser besitzt der Körper eine unregelmässig cylindrische, an beiden Enden sich etwas zuspitzende Gestalt, mit selten glatter, meist unregelmässig gerunzelter Oberfläche. Das die Pseudopodienöffnung tragend vordere Ende ist bald rings von einzelnen Höckern besetzt,  bald durch eine Falte halsartig abgeschnürt, bald vertieft und nabelförmig eingezogen. Dieser Wechsel der Form lässt sich nicht allein bei verschiedenen Individuen derselben Species, sondern sogar im Lauf der Untersuchung bei ein und demselben Individuum beobachten. Wenn wir daher von einer Constanz der Gestalt bei den Plagiophryen reden, so bezieht sich dies nur auf die grössten Umrisse der Körperform, während kleinere Oherflächenveränderungen, Falten und Buckel durch die Zartheit der Schale, welche nur mit Mühe sich als eine doppelt contourirte Haut erkennen lässt, ermöglicht werden. Die am vorderen Ende des Körpers gelegene Pseudopodienöffnung wird am lebenden Thier durch die Falten und Höcker der Schale verdeckt. Zusatz von Essigsäure macht sie als eine kleine rundliche Öffnung sichtbar, indem dann durch das Quellen des Protoplasmakörpers die Falten und Höcker ausgeglichen werden. Solch ein mit Essigsäure behandeltes Thier sieht aus wie ein prall gefüllter Sack, dessen Öffnnng unvollkommen zusammengeschnürt ist. Ebenso lässt die Essigsäure auch die Membran deutlicher doppeltcontourirt erscheinen, doch muss man vorsichtig beim Zusatze verfahren, indem starke Concentrationen sie allmählich auflösen, ein Vorgang, der sich unter Einwirkung der Salzsäure noch schneller vollzieht. Der Körper des Thieres füllt den Schalenraum vollkommen aus und besteht aus einem bald mehr bald minder körnerreichen Protoplasma. Vacuolen haben wir nie in ihm erkennen können, dagegen constant einen wie bei allen Monothalamien im Hintergrund der Schale gelegenen Kern. Entgegen allen unsern bei anderen Rhizopoden gemachten Erfahrungen erwiess sich derselbe als homogen, selbst bei Anwendung von Essigsäure in den verschiedensten Concentrationen und lies nie ein Kernkörperchen erkennen.
“Die Pseudopodien sind meist spärlich und nie so zahlreich, als Claparède und Lachmann von ihrer Pl. cylindrica zeichnen. Sie sind auch nicht an Körnchen reich wie diese, sondern vollkommen homogen. Sie teilen sich häufig mehrfach dichotom und entspringen entweder von einer homogenen Protoplasmaplatte oder einem drehrunden breiten Fortsatz, einem Pseudopodienstiel. Der Wechsel der Pseudopodien erfolgt rasch sowie auch die Ortsbewegungen keineswegs trage sind, wie es Claparède von Pl. cylindrica beschreibt. Das Einziehen geschieht in der in allgemeinen Teil geschilderten Weise: Das Pseudopodium, welches eingezogen werden soll, knickt mit einer momentanen lebhaften seitlichen Bewegung rechtwinklig ein und gleitet so in das Innere des Körpers zurück.
Die Grösse des Tieres ist eine sehr schwankende. Die Länge beträgt ungefähr 0.035 mm., die Breite im Mittel 0.025 mm. Das Tier ist somit bedeutend kleiner als die Plagiophrys cylindrica, welche nach Claparède 0.1 mm. misst. Dies, sowie das abweichende Verhalten der Pseudopodien und die Unterschiede in der Schnelligkeit der Bewegung bestimmen uns die Plagiophrys sacciformis als eine von der Pl. cyilndrica zu trennende Species anzusehen.
Zusammenfassung der wichtigsten, die Pl. sacciformis kennzeichnenden Charaktere: Körperform unregelmässig cylindrisch; im Kern kein Kernkörper nachweisbar; Protoplasma frei von Vacuolen; Pseudopodien körnchenfrei.

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